Schlagwort-Archiv: Medienprävention

Eltern drücken die Schulbank

Eltern in der SchuleElternabende an Schulen zum Thema Medien, so lassen es die Anfragen an das Projekt Jugendmedienschutz vermuten, stehen hoch im Kurs. Initiiert von Elternpflegschaften oder einzelnen Lehrern, die den Bedarf der Eltern, manchmal auch ihre Hilflosigkeit bei dem Thema aufgreifen. Seltener, aber mit steigender Tendenz, sind Elternabende in Schulen konzeptionell in das medienpräventive Konzept der Schule eingearbeitet.

Dabei ist so ein Elternabend für die interessierten Eltern, die den Weg abends in die Schule finden, häufig so angenehm wie ein Besuch beim Zahnarzt. Denn es gilt, sich von zahlreichen Wünschen an den Referenten und Erwartungen an die eigenen Kinder zu verabschieden. Der Anspruch der Teilnehmer, jemanden zu finden, der ihnen sagen könnte, wie es denn nun “richtig” geht und wie man den unersättlichen Medienkonsum der Jugend “unter Kontrolle” bekommt, ist weit entfernt von der mediatisierten Wirklichkeit der Schüler. Weiterlesen

Was ist exzessiver Medienkonsum?

Familienministerin Kristina Schröder hat gestern eine vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegebene Studie der Universität Hamburg zur familiären Medienerziehung in Berlin vorgestellt. “Frühe Medienerziehung kann vor exzessiver Mediennutzung schützen”, fasst Schröder die Kernaussage der Studie zusammen. Dabei bleibt unklar, was als “exzessive Mediennutzung” überhaupt gilt. Weiterlesen

Opfer, Schlampe, Hurensohn…

Die Seite Handysektor gibt kleine Comic-Flyer zu Themen wie Pornografie, Respekt und Privatsphäre im Netz heraus. Der neue Comic-Flyer “Opfer, Schlampe, Hurensohn. Gegen Mobbing.” thematisiert Cybermobbing aus der Opferperspektive.

Das Material soll zur Auseinandersetzung möglicher Mobbing-Opfer mit der eigenen Situation führen, ihnen Wege aufzeigen, über die sie Hilfe finden können, und sie ermutigen, sich nahestehenden Personen anzuvertrauen. Im Fokus steht dabei verstärkt die Gefühlslage eines/r Betroffenen. Auch kann der Flyer zum Anlass genommen werden, mit Jugendlichen im schulischen oder außerschulischen Bereich über das Thema „Mobbing“ und die prekäre Situation von Opfern niedrigschwellig ins Gespräch zu kommen. Er ist ergänzend zu den Handysektor-Flyern „FERTIGMACHEN ist TABU“, „…und redest selber von Respekt und Würde“, „Das Netz vergisst nichts!“ und „VOLL PORNO“ einsetzbar. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes ist Kooperationspartner bei der Entwicklung und Verbreitung des Flyers.

Der Flyer steht hier zum Download bereit oder kann als gedruckte Version kostenlos bestellt werden.

Das Ende steht bevor

Wir haben es in unseren Präventions-Workshops mit Schülern schon lange gemerkt. Die VZ-Netzwerke siechen ihrem Ende entgegen. Fanden wir in den Jahren 2009 und 2010 Schüler noch insbesondere in schuelerVZ aktiv und vertreten, verlor das Schüler-Netz in 2011 an Bedeutung. Schüler pflegen ihre Profile nicht mehr, teilen der Schüler-Welt nicht mehr mit, dass sie versetzt wurden und loggen sich nur noch sporadisch ein. Das Schüler-Netzwerk hat in der Internet-Prävention deutlich an Bedeutung verloren. Natürlich zugunsten von Facebook. Denn, wenn es einen Ort gibt, wo alle sind, warum sollten Schüler dann noch in einem eigenen sozialen Netzwerk unterwegs sein? Und mit “alle” sind tatsächlich alle gemeint. Mitschüler, Stars und Sternchen, angesagte Labels, die Akteure der Jugendkultur. Das kleine weiße “f” auf blauem Grund hat Einzug gehalten in Werbung und Öffentlichkeit. Kaum etwas, das darum wirbt, erworben zu werden oder Interesse wecken soll, das nicht mit dem kleinen Facebook-Logo verziert ist. Weiterlesen

Neues Modul: Facebook für Minderjährige

Facebook ist für Jugendliche ab 14 Jahren das beliebteste soziale Netzwerk. So die Ergebnisse der JIM-StudieW 2011. Andere soziale Netzwerke wie schuelerVZ oder “Wer kennt wen?” sind damit um Längen abgehängt.

Was viele nicht wissen ist, dass Facebook in den Privatsphäre-Einstellungen von Minderjährigen Unterschiede macht im Vergleich zu den Profilen Erwachsener. Eine öffentliche Statusmeldung von Minderjährigen heißt eben nicht das gleiche wie eine öffentliche Statusmeldung von Erwachsenen. Im einen Falle erscheint die Meldung bei Freunden von Freunden. Im anderen Fall der ganzen Welt. Genauso verhält es sich beispielsweise bei der Profilsichtbarbeit. Unter-18-Jährige können ein gänzlich öffentliches Profil nicht betreiben, sofern sie sich tatsächlich als “unter 18″ angegeben haben. Weiterlesen