Jugendschutz mobil | JuMSchBlog

Jugendschutz mobil

05.04.2012
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Touch muss sein. Musik hören – na klar. Musik tauschen – ja, bitte. Youtube, Facebook, Internet. Die Ausstattungsmerkmale für Handys, die Kinder und Jugendliche entzücken, unterscheiden sich nicht großartig von den mobilen Begehrlichkeiten Erwachsener. Ein Handy ist nicht mehr nur ein Gerät zum Telefonieren, sondern auch und vor allem in jugendlichen Händen die Lebenszentrale.

In diesem Zusammenhang interessant ist die Frage, was die Mobilfunkanbieter zum Thema Jugendschutz bereitstellen. Haben Eltern, die Wert auf eine geschützte Umgebung im Smartphone legen, überhaupt eine Chance, dieses Ziel zu verwirklichen?

Einfach jedenfalls ist es nicht. Einen Mobilfunkvertrag zu unterzeichnen oder ein Prepaid-Angebot zu erwerben, ist einfach. Soll die mit Handy und Mobilfunk beglückte Jugend nun auch noch geschützt werden, wird es schwierig und unvergleichbar, was die einzelnen Anbieter im Angebot haben. Der kleinste gemeinsame Nenner aller Mobilfunkanbieter im deutschen Markt ist die Selbstverpflichtung der Mobilfunkanbieter zum Jugendmedienschutz im Mobilfunk. Diese allerdings ist als Bekenntnis und Absichtserklärung zu verstehen. Eltern, die Verträge für ihre Kinder abschließen, sollen zum Jugendschutz beraten werden und es existiert die Möglichkeit das mobile Internet zu sperren. Jugendschutz durch Abschalten hindert Jugendliche natürlich nicht daran, ungeeignete Inhalte auf den Handys von Mitschülern, in Internet-Cafés und anderen Orten und Gelegenheiten mit Internetzugang zu betrachten und zu konsumieren. Ein weiterer Bestandteil der Selbstverpflichtung ist die Zusicherung, Jugendschutz-Informationen online zur Verfügung zu stellen.

Freilich versteht jeder Mobilfunkanbieter etwas anderes unter der Zurverfügungstellung von Informationen und so trifft man bei vielen Anbietern auf wahre Textwüsten, die ungefähr so spannend aufbereitet sind wie Telefonbücher. Das Suchwort Jugendschutz führt bei allen Anbietern zu einem Ergebnis. Das muss man als erfreulich werten. Den meisten Anbietern liegt “der Kinder- und Jugendschutz am Herzen” und da dieses Thema ihnen so sehr am Herzen liegt, kommt nach dieser Information wenig weitere sinnvolle Information. Dass es die – wenngleich auch – unsinnige Möglichkeit gibt, die Internetnutzung auf Kinderhandys zu unterbinden, drängt sich keinem nach Jugendschutz suchenden Kunden auf.

Immerhin wird die in der Selbstverpflichtung genannte kostenfreie Nummer (22 988) für eine Jugendschutz-Hotline bei jedem Anbieter angezeigt, jedoch drängt sich gerade diese Information auch nicht auf. Der Anbieter BASE beispielsweise verweist vorher auf eine “Vielzahl von Regeln und Schutzmechanismen”, auf die etwas altbacken wirkende Textwüste Jugend und Handy, sowie auf die Seiten des Deutschen Kinderhilfswerks sowie deren Publikation “Fit fürs Handy” aus 2009, die mal eine Überarbeitung erfahren dürfte. Vodafone hält seit 2006 eine Elternbroschüre bereit, die man wegen technischer Weiterentwicklungen in den vergangenen sechs Jahren getrost ungelesen lassen kann, da sie schlicht veraltet ist. Mobilcom Debitel bekennt sich zur Selbstverpflichtung der Mobilfunkanbieter und führt dies bildfrei und wortreich aus. Bei der Telekom führt die Suche nach Jugendschutz zwar zu Ergebnissen, diese allerdings zurück auf die Startseite. Eine Google-Suche nach den Stichworten “jugendschutz telekom mobilfunk” führt uns zu einer allgemeinen Jugendschutz-Seite, die sich nicht speziell mit mobilem Internet beschäftigt, aber immerhin belanglose Grundsätze offenbart, die da sind “Jugendschutz steht immer auf der Agenda”, “Jugendschutz geht uns alle an”, etc. pp.

Herausragend ist das Angebot des Mobilfunkanbieters O2 zum Thema Jugendschutz. Die auf der Webseite selbst hinterlegten Informationen greifen realitätsnahe Probleme auf. Schutz vor Kosten und die Kündigung unerwünschter Abos sind bereits an dieser Stelle Thema. Herausragend ist allerdings die von O2 bereitgestellte Elternbroschüre. Sie ist aktuell und stellt die Vermittlung und den Erwerb von Medienkompetenz in den Vordergrund. Dabei wird auf das Urheberrecht genauso eingegangen wie auf soziale Netzwerke und den Schutz persönlicher Daten. Gut gefallen hat uns in der grafisch gut aufbereiteten Broschüre auch die Empfehlung “Erst der Mensch, dann das Handy”, die darauf abzielt, Kindern und Jugendlichen verständlich zu machen, dass Handys zwar wertvoll sind, aber im Unterschied zur eigenen Gesundheit leicht ersetzt werden können. Wer wegen seines Handys angegriffen wird, soll nicht das Handy schützen, sondern sich selbst.

Fazit: Uneingeschränkt zu empfehlen sind die von O2 zur Verfügung gestellten Informationen zum Jugendschutz. Alle anderen Anbieter haben deutlichen Nachholbedarf, was das Thema Jugendschutz im Mobilfunk generell betrifft, vor allem aber in der Darstellung und Auffindbarkeit auf den Unternehmenswebseiten. Bereitgestellte Informationen müssen  regelmäßig aktualisiert werden. Die Jugendschutz-Strategie “Internet an oder Internet aus” muss dringend überdacht werden angesichts moderner Smartphones, die ohne Netzzugang nahezu unbenutzbar werden.

Bildquelle:
Joachim Kirchner  / pixelio.de

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3 Kommentare zu Jugendschutz mobil

  1. Charles on 26.11.2012 at 14:24

    Da heute schon Kinder ab 8 Jahren mit dem Handy durch die Gegend spazieren, sollte der Jugendschutz genauso wie am PC zu regelen sein. Das Handy sollte es ermöglichen, eine täglich Nutzung, Nutzbare Applikationen, etc.. einstellen zu lassen.

  2. Karl Wall on 08.02.2013 at 23:52

    Die Selbstverpflichtung der Mobilfunkanbieter zum Jugendschutz ist Makulatur, weil die Jugendlichen zumindest vertragsfreie Prepaid-Karten einfach selber kaufen. Ob sie das dürfen oder nicht, kann bzw. will ja niemand kontrollieren.

  3. Claudia on 01.05.2013 at 17:05

    Hallo ich bin Claudia Baumann

    Ich möchte gerne wissen ob es bei ihnen im jugenschutzhause eine Stephanie Bohlen gibt die ist seid dem 18.04.2013 in ihre hände da frau westermann sie bei mir arbends weg geholt hat wenn ja möchte ich gerne das stephanie sich bei mir meldet wir haben ihr briefe geschrieben es kommt nicht und es währe nett wenn sie sich melde bei uns telefon 04941-6016469 bitte an stephanie geben wenn sie bei ihnen ist wenn nicht dann bitte wieder löschen danke

    Mit
    Freundlichen

    Grüßen Claudia Baumann

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