Das Internet ist groß und unübersichtlich. Was gerade angesagt ist und was schon wieder out, erschließt sich Erwachsenen meist nicht, die das Netz hauptsächlich als Arbeitsmittel nutzen oder privat als Infoquelle oder preiswerten Reisemarkt. Ist das was durchs Netz schwappt und von Kindern und Jugendlichen Top oder Flop gehandelt wird noch familiengängig oder doch eher jugendgefährdend? Helfen Verbote? Fragen über Fragen.
Fakt ist, die allermeisten Kinder und Jugendlichen sehen das Internet ungefiltert und ungeschützt so wie es ist. Daran ändern weder die guten Absichten des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages etwas noch die gelegentliche Begleitung der Kids durch Erwachsene bei ihren Ausflügen ins Netz. Kinder und Jugendliche bekommen Computer mit Internet, genauso wie den Fernseher ins Kinderzimmer gestellt. Beides wird selbstverständlich genutzt, gerne auch nachts, wenn die Familie schlafen sollte, dann wenn die besonders wenig für Jugendliche geeigneten Serien im TV laufen. Weder TV noch Internet gehören ins Kinderzimmer. Dass dem oft nicht so ist, ist der Sorglosigkeit und mangelnden Medienkompetenz Erwachsener zuzuschreiben. Da sich diese nicht einfach nachfüllen lässt, sind einfache, insbesondere einfach zu etablierende Lösungen gefragt.
Das Unternehmen OpenDNS, das auch die technische Basis der Jugendschutzfilter unserer Jugendeinrichtungen liefert, hat seit kurzem ein System im kostenfreien Angebot, das sich speziell an die oft technisch wenig versierten familiären Jugendschützer richtet. Es handelt sich dabei um einen so genannten DNS-Filter, der auf die privaten Bedingungen zugeschnitten ist. Ohne Anmeldung, ohne Verpflichtungen, ohne Kosten wird im häuslichen Router die DNS-Adresse geändert in die FamilyShild-Adressen 208.67.222.123 und 208.67.220.123. Und schon hängen alle im häuslichen Netz vorhandenen Computer am FamilyShield-Filter. Es ist auch möglich, die Einstellung direkt am Computer, der Wii oder auch Handys einzustellen. Sicherer und einfacher ist aber die Einstellung am Router. Zu erwähnen ist, dass durchaus nicht jeder Router die Änderung des DNS unterstützt, besonders die in Deutschland beliebten AVM Fritz-Router lassen sich jedenfalls nicht ohne Trickserei ändern.
Der FamilyShield-Filter ist unserer Einschätzung nach uneingeschränkt zu empfehlen. Die Einstellung zuhause geht auch unerfahreneren Nutzern leicht von der Hand. Zu beachten dabei ist, dass das Routerpasswort natürlich geheimgehalten werden muss. Als Nachteil könnte man empfinden, dass es keinerlei Einstellmöglichkeiten für den Filter selbst gibt. Das Gros an Pornografie, Filesharing, Anonymisierungsdiensten, Phishingattacken wird heraus gefiltert. Die fehlende Einstellmöglichkeit muss dabei kein Nachteil sein. Der Filter pflegt sich selbst. Ein echter Nachteil ist hingegen, dass die gesamte OpenDNS-Seite nur in englisch gehalten ist.



Letzte Kommentare