Wie öffentlich darf es denn sein | JuMSchBlog

Wie öffentlich darf es denn sein

19.05.2010
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Die vielen Skandale der letzten Zeit um die Veröffentlichung privater Nutzerdaten und der oft sorglose Umgang der Nutzer mit ihren eigenen Daten in Sozialen Netzwerken hat eine Debatte los getreten. Wie öffentlich oder privat sollte der Mensch im Social Web sein? Wieviel kann man unbeschadet der Öffentlichkeit preisgeben und wie wirkt die Veröffentlichung der privatesten Angaben auf Andere?

Bei unseren Präventionsangeboten für Jungs geht es immer auch um dieses Gleichgewicht. Die Konfrontation Jugendlicher, mit dem was wir als Erwachsene über sie im Netz gefunden haben, stiftet in der Regel zunächst Verwirrung. Allein die Tatsache, dass es offenbar möglich sein könnte, dass Erwachsene in dem für Jugendliche gemachtem SchuelerVZ Zutritt haben und sich für die dort veröffentlichten Details interessieren könnten, lässt den einen oder anderen stutzig werden. Zusätzlich veröffentlichen immer mehr Schulen ungeschützt Elternbriefe im Netz, aus denen Namen und Fotos heraus gefischt werden können. Auch Sportvereine neigen dazu, ihre Liga-Ergebnisse mit Namen und Datum zu veröffentlichen. Dass es so leicht ist gefundene Daten zu verknüpfen und sich ein Bild über den Einzelnen zu machen, hilft der Erkenntnis, dass weniger mehr ist meist auf die Sprünge. Die Jugendlichen bekommen im Rahmen eines solchen Projekttages die Gelegenheit ihre Profil sogleich zu ändern und die meisten von ihnen machen es dann auch.

Gegenstand der Diskussion  ist die Wirkung, die Jugendliche mit ihren Profilen erzielen. Die Absicht ist nach eigener Angabe meist cool zu wirken und Mädchen anzusprechen. Die Privateinstellungen werden von den Betreibern sozialer Netzwerk nicht ohne Grund tief im System versteckt. Die Idee, dass ein allzu offenherziges Schueler-VZ- oder Facebook-Profil sich ungünstig auf die Lehrstellen- oder Praktikumsstellensuche auswirken könnte, genauso wie es ungünstig wirken könnte, überhaupt nicht im Netz zu erscheinen, kommt den Jungs dann oft erst während des Projekttages. Wir ermuntern die Jungen dazu, im Netz zu erscheinen und erarbeiten mit ihnen das akzeptable Maß an Öffentlichkeit.

Das Projekt Jugendmedienschutz führt im Raum Düsseldorf Präventionsprojekttage für Jungen (in Kooperation mit ProMädchen e.V.) durch. Wollen Sie an Ihrer Schule ebenfalls einen Projekttag durchführen, wenden Sie sich bitte an michael.krause@awo-duesseldorf.de oder rufen Sie uns an unter der Rufnummer 0211.60025-254.

Bildquelle: pixelio.de

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