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Schwedische Piraten gehen nach Europa

08.06.2009
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PiratenparteiEuropa hat gewählt. Eigentlich hat Europa nicht gewählt, weil rund 60 Prozent der Wahlberechtigten zuhause geblieben sind. Dennoch es wurde gewählt. Ein Überraschungssieger kommt aus Schweden. Die schwedische Piratenpartiet hat aus dem Stand einen Sitz der 18 schwedischen Sitze im Europäischen Parlament errungen. Die Partei holte 7,4 Prozent der Gesamtstimmen. In der Altersgruppe der 18- bis 30-jährigen laut Prognose sogar 19 Prozent.

Warum der Einzug der Piratenpartei so bemerkenswert ist, hat damit zu tun, dass sich die so genannten Digital Natives, also diejenigen, die mit dem Internet natürlich aufgewachsen sind gegen die Politik derjenigen wendet, die man als Digital Immigrants versteht, also derjenigen, die das Internet im späteren Lebensalter erst erlenen mussten. Dem Wahlerfolg der Piraten ist in Schweden ein Prozess voraus gegangen, in dem die Betreiber der beliebten Torrent-Börse “Pirate Bay” zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, obschon sie selbst keinerlei urheberrechtlich geschütztes Material verbreitet oder getauscht haben. Eine Torrent-Datei ist ein Link auf eine oder mehrere hinterlegte Quellen. Es ist also eine Verknüpfung und nicht das Material selbst. Das überzogen harte Urteil fusst insbesondere auf dem digitalen Unverständnis des Gerichts. Bei den schwedischen Digital Natives ist das angekommen und entsprechend haben insbesondere die jungen Wähler abgestimmt.

Die deutsche Piratenpartei verlor sich bei den Ergenissen der Europawahl indes bei unbedeutenden 0,8 Prozent. Gesamtgesellschaftlich betrachtet kann dieses magere Ergebnis dennoch nicht als unbedeutend betrachtet werden. Es ist vielleicht als eine Art Warnung an die etablierten Parteien zu verstehen, deren Bestrebungen hin zum Überwachungsstaat (Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung, Bundes-Trojaner) und kosmetischen, aber restriktiven Entscheidungen (z.B. Netzfilter) von den Digital Natives künftig immer weniger akzeptiert werden dürften.

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