Gangster- und Pornorap: Liebeslieder waren gestern
Jugendschutzexperten sahen ein Verbot von Porno- und Gangsta-Rap für Jugendliche skeptisch. Deutlich wurde das in einer Expertenrunde der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zum Thema “Liebeslieder waren gestern”. Die Experten rieten vielmehr zur direkten Auseinandersetzung mit den insbesondere bei jugendlichen Nutzern beliebten sexistischen Gangster- und Pornorap.
Es gehe nicht darum, Kindern und Jugendlichen etwas zu verbieten, sagte Verena Weigand, Leiterin der KJM-Stabsstelle. Stattdessen müsse verhindert werden, dass Erwachsene mit den extremen Texten Kasse machten. Die KJM habe von der Expertenrunde Hilfestellung bei der Einordnung der teilweise von Vergewaltigungsfantasien geprägten Texte im System der Altersklassifizierung erwartet. Zum Auftakt der Veranstaltung wurden Clips von Rappern wie Lady Bitch Ray, Sido und Kaas gezeigt – “nicht zur öffentlichen Aufführung” wie die Moderatorin vorab unterstrich.
Klaus Farin, Mitbegründer des “Archivs der Jugendkulturen“, vermutet, nach einer Indizierung würden mehr Jugendliche als bisher mit den Inhalten in Kontakt kommen. Eine wichtige Voraussetzung für einen glaubwürdigen Jugendschutz sei eine echte Auseinandersetzung mit der “Szene” und den Inhalten der Raps. Als Beispiel zeigte Farin einen Video-Clip, der ein Schulmassaker thematisiert. In dem Clip werde nicht nur über die eigentliche Amokfantasie gerapt, sondern auch über die Wut und Verzweiflung des potenziellen Täters.
Farin empfahl “die Abwicklung von Einrichtungen wie der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM). Der Schutz von Kindern sei zwar notwendig, spezielle Regeln für 14- bis 18-Jährige lehne er aber ab. Die durch die Verbotsarbeit gebundene Kompetenz solle in die Recherche, Aufklärung und Förderung positiver Entwicklungen gesteckt werden. Ähnlich äußerten sich der Vizepräsident des deutschen Psychologenverbandes (BDP), Laszlo Pota, und der Bielefelder Medienpädagoge Uwe Sander.
In dem Expertenhearing blieb weitgehend unklar, ob tatsächlich eine Entwicklungsbeeinträchtigung vorliege. Immerhin gäbe es keinerlei wissenschaftlich Erkenntnisse darüber, ab wann Pornorap-Fans Schaden nehmen.










Pornorap?! hah ja, warum nicht?