Die großen sozialen Netzwerke (siehe Soziales Netzwerk), Gewinner des Web 2.0W standen lange in der Kritik des Jugendschutzes. Die zum Teil sehr privaten Daten, die die Betreiber der oft jugendlichen und jungen Zielgruppe abverlangte, standen offen im Netz, konnten mit Suchmaschinen gefunden werden und öffneten dem CyberbullyingW und Cybermobbing Tür und Tor. So wunderte es nicht, dass eine große Anzahl der 12- bis 17-jährigen bereits einschlägige Erfahrung mit Cyberbullying gemacht hat.
Heute haben die reichweitenstärksten deutschen Anbieter studiVZ, schuelerVZ, meinVZ, lokalisten.de und wer-kennt-wen.de unter dem Dach der FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V.) einen gemeinsamen Verhaltenscodex veröffentlicht. Der Verhaltscodex soll die Nutzer der virtuellen Gemeinschaften künftig besser gegen Cyberbullying abschotten und die Schutzmöglichkeiten für Minderjährige verbessern.
Konkret wollen die Unternehmen künftig folgende Mechanismen einsetzen, um Kinder und Jugendliche zu schützen:
- deutlich sichtbare Hinweise zum Schutz der Privatsphäreneinstellungen direkt nach dem Registrierungsprozess
- standardmäßig voreingestellte strenge Privatsphäreneinstellungen bei unter 14-jährigen
- optionale Sperrung der Auffindbarkeit der Profile durch externe Suchmaschinen sowie keine Möglichkeit zur Aufhebung dieser Einstellung
- Ignorierfunktion: die Möglichkeit, andere Nutzer von der communityinternen Kommunikation zu sich selbst auszuschließen
- prominent platzierte Funktion zum Melden regelwidrigen Verhalten und rechtswidriger Inhalte
Die Geschäftsführerin der FSM, Sabine Frank, sieht in der Umsetzung der Maßnahmen einen
wichtigen Schritt für die Verbesserung des Jugend- und Datenschutzes: „Die Unternehmen leisten
ihren Beitrag, um jungen Menschen die Nutzung von Social Communitys und die Vernetzung mit
ihren Freunden so sicher wie möglich zu gestalten. Die breite Nutzeraufklärung ist notwendig, da-
mit ganz deutlich auch auf Risiken, aber gerade auch auf Reaktionsmöglichkeiten wie Melde- und
Ignorierfunktionen hingewiesen wird. Alle Nutzer sollten ihren Teil beitragen, damit Missbrauch in
den Netzwerken verhindert und eingedämmt wird“.
Die beschlossenen Maßnahmen sollen bis spätestens Ende Juli 2009 in den einzelnen Communities umgesetzt sein. Es bleibt abzuwarten, ob sich die US-Konkurrenz mit unter das deutsche Dach stellt und sich dem Verhaltenscodex anschließen wird.



Letzte Kommentare