Die aktuellen Handymodelle, die nach und nach nun auch die Kids erreichen, können neben Telefonie auch Internet. Die Tarife für das schnelle UMTSW / HSDPAW sind mittlerweile auch für die Massen durchaus bezahlbar geworden, was den Trend verstärkt. Diese Entwicklung stellt Kinder- und Jugendeinrichtungen vor neue Herausforderungen, denn das Internet auf dem Handy entzieht sich vollständig der Kontrolle der Betreuer. Die sorgsam in das eigene Internet-Café eingebauten Jugendschutzfilter werden nahezu wirkungslos, wenn die gesperrten Inhalte einfach auf dem eigenen Handy betrachtet werden können.
2008 haben die “fsm – Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter”, also die großen Mobilfunkanbieter in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz drei Jugendschutzprojekte umgesetzt, die wenig hilfreich sind, weil sie bei den Eltern ansetzen, bei denen es jedoch nicht ankommt:
- Kostenlose Jugendschutzhotline 22988: Die einheitliche Hotline der Mobilfunkunternehmen für Fragen rund um den Jugendschutz auf Handys, kostenlos aus allen Netzen von 08:00 bis 20:00 Uhr zu erreichen
- Die Webseite: jugend-und-handy.de: informiert über den Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Handys, über Funktionen, Risiken und Schutzmaßnahmen
- Vertragsunabhängige Internetsperre: Unabhängig vom Vertrag bieten alle Mobilfunkanbieter eine zuschaltbare Internetsperre an, wodurch keinerlei Web- und Wap-Seiten mehr aufgerufen werden können
Zusammengefasst: Es gibt Handys mit Internet und es gibt welche ohne. Wie die elterliche Entscheidung dann ausfällt, dürfte sich jeder selbst ausrechnen können. In die gleiche Kategorie fallen die Kinder-Handy-Experimente, die gleichfalls vollkommen wirkungslos geblieben sind und allenfalls zu oberflächlicher Kosmetik taugen.
Die Frage bleibt, wie gehen wir künftig um mit Gewaltvideos auf Handys, islamistischen oder anderen radikalen Seiten, pornografischen Inhalten und allgemein Inhalten, die für den jugendlichen Betrachter nicht geeignet sind? Ist die Antwort “Ganz oder gar nicht”?
Wir wissen es nicht, aber möchten das Thema hier zur Diskussion stellen.



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